Zukunftsbilder

Wie leben wir 2040?

Wie sieht wohl unser Alltag 2040 aus, wenn wir die deutsche Politik konsequent auf Nachhaltigkeit ausrichten ? Was ändert sich dadurch an unserem Gesellschaftssystem? Wie gestalten wir unser demokratisches, freiheitliches und nachhaltiges Land? 

Mit allgemein verständlichen und inspirierenden Beschreibungen wollen wir vier mögliche Zukünfte veranschaulichen. 

Ein Zukunftsbild ist eine umfassende, konsistente und konkrete Beschreibung wie die Welt 2040 aussehen könnte. Mit Ausnahme eines Weiter-so-Bildes (unter dem Titel „LANGSAM“), versuchen die drei anderen Bilder („GROSS“, „FOKUSSIERT“ und „GRASWURZEL“) darzulegen, wie und womit soziale Ziele erreicht und planetare Grenzen (z. B. Pariser Klima-Ziele oder Biodiversitätsziele) eingehalten werden können.

Unsere Zukunftsbilder sind keine Vorhersagen.
Sie sind Grundlage für einen breiten Austausch über
eine gerechte und nachhaltige Zukunft für alle Menschen.

Zusammen mit den Beschreibungen der Zukunft stellen wir uns zudem die Frage: Was sind heute die entscheidenden Hebel? Welche Optionen könnten die heutigen Wähler*innen, Entscheidungsträger:innen in der Wirtschaft und Politiker*innen wählen, um dorthin zu gelangen?

Die Zukunftbilder sind stets die Vorstellungen einzelner Autorenteams. Es gibt keine „offiziellen“ oder gar „abgesicherten“ Zukunftsbilder der Wissenschaft, der Scientists for Future oder der Artists for Future.  Sind vor allem eine Einladung sich untereinander auszutauschen, auf ihnen aufzubauen und inspiriert zu werden.

Die Texte stehen daher allen zur Verfügung um eigene Interpretationen zu entwickeln. Ganz konkret entwickeln wir selbst zunächst eine Website und arbeiten an verschiedenen künstlerischen Umsetzungen. 

Ein kurzes Einführungsvideo:


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Wer sind wir?

Wir sind Wissenschaftler:innen unterschiedlichster Disziplinen (welche wissenschaftlich plausible und konsistente Beschreibungen zusammengetragen), und Kreative, Kommunikator:innen und Künstler:innen (welche die Bilder erlebbarer machen oder auch künstlerisch kommentieren). Zusätzlich ist eine Kommentierung und Kritik von jungen Menschen selbst geplant.

Kontakt:

Zielgruppe

Alle Menschen, welche die Klima- und Nachhaltigkeitskrise grundsätzlich als Problem ansehen, aber (noch) nicht bereit sind, etwas zu ändern, sei es aus Trägheit, Unwissenheit, oder weil sie von der Informationsflut überfordert sind und nicht wissen, welche die entscheidenden Hebel sind, um wirklich etwas zu bewirken.

Ein wichtiges sekundäres Ziel ist zudem die Beteiligung der verschiedenen For-Future-Bewegungen, das Miteinander-Sprechen und Voneinander-Lernen. Wir alle wollen interdisziplinär und über unsere eigene Lebenswelt hinaus denkend arbeiten – das können wir hier gemeinsam tun.

Es gibt mehrere Rahmen

Ein so genannter „Zukunfts-Bilderrahmen“ gibt Grundannahmen für die detaillierte Ausgestaltung eines Zukunftsbildes vor. Das gewährleistet die hinreichende Konsistenz innerhalb und hinreichende Diversität zwischen den Zukunftsbildern. In Abb. 1 sind die vier Bilder ihren Annahmen entsprechend eingeordnet.


Abb. 1 Zukunftsbilder, angeordnet nach Koordinationsmodus und Veränderung

Jedes Zukunftsbild beschreibt die Zukunft aus drei verschiedenen Perspektiven: „Alltag“ beschreibt ein Thema aus Sicht der Bürger*innen. „Systemisch“ beschreibt ein Thema aus wirtschaftlicher und politischer Systemperspektive. „Natürliche Lebensgrundlagen“ fasst die Auswirkungen unseres Handelns für den Planeten zusammen.

Die Bilder spiegeln die gegenseitigen Abhängigkeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse und der Veränderung natürlicher Lebensgrundlagen wider.  Hierzu behandeln wir ca. 45 unterschiedlichen Themenbereiche des Lebens („Facetten“, z. B. „Mobilität“). Diese Facetten sind relativ kurz (max. 800 Wörter lang). Sie werden inhaltlich von Wissenschaftler*innen erarbeitet und gereviewt. Sprachlich werden die Texte von professionelle Autor*innen verbessert. Zusätzlich werden die Texte Aktivist*innen von Fridays for Future zum Feedback vorgelegt. Multimedia-Inhalte von Designer*innen und Kommunikator*innen ergänzen die Texte. Künstler*innen laden mit ihren Arbeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten ein und machen die Bilder für eine breite Öffentlichkeit vorstellbar und kritisierbar. 

“We have decided not to aim for what we know
to be possible, but what we know to be necessary.
Our task now is to make the necessary possible.”
(Dan Jørgensen, Minister for Climate and Energy,
Denmark, 2019-12-05, The Guardian 2019-12-11)

Warum wir das machen

Die aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen und die geplanten Maßnahmen von Regierungen und Wirtschaft sind unserer Ansicht nach ungenügend um eine nachhaltige Gesellschaftsform zu erreichen. Auch vielen Menschen innerhalb der Nachhaltigkeits- und Klimabewegung fehlt ein Überblick über wissenschaftlich plausible, angemessene und wirksame Lösungsmöglichkeiten. Mit dem Projekt Zukunftsbilder wollen wir dazu beitragen, die öffentliche Debatte auf eine „angemessene Flughöhe“ zu heben. Um ein nachhaltiges Leben in der wenigen noch verfügbaren Zeit erreichen zu können, beschreiben wir die nötigen, mutigen und großen Schritte der positiven Zukunftsbilder. Als Kontrast schreibt eines dieser Zukunftsbilder unter dem Arbeitstitel „Langsam“ die Geschichte symbolischer Maßnahmen und des Reformwillens der Mikroschritte fort.

Prozess

Der gesamte Schreibprozess an den vier Zukunftsbildern erfolgt in den aufeinanderfolgenden Phasen:

Nach der Entwurfssammlung müssen die Facettentexte auf fachliche Korrektheit und Widerspruchsfreiheit mit dem Rahmenentwurf und seinen Grundlagen überprüft werden. Sie werden anschließend noch einmal sprachlich überarbeitet und ergeben zusammen mit der Einleitung ein komplexes Zukunftsbild. Nach der inhaltlichen Fertigstellung werden die Facetten visualisiert und interaktiv erlebbar gemacht, um sie über weitere Kanäle einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Abb. 2. Strukturierung und Aufbau der Zukunftsbilder

Abb. 2. Strukturierung und Aufbau der Zukunftsbilder

Kurzvorstellung der vier Bilder

Graswurzel 

 People-Power & Pioniere des Wandels änderten unsere Welt:  Eine wachsende Zahl an Bürger*innen beschloss Anfang der 2020er sofort und konsequent ihr eigenes Verhalten so zu ändern, dass sie nicht mehr auf Kosten kommender Generationen oder anderer Weltteile leben müssen. Dabei wurden auch sehr grundlegende Umstellungen des allgemeinen Lebensstandards akzeptiert. Die Menschen traten gemeinsam und energisch für eine global gerechte Welt ein, tauschten Wissen und Informationen mithilfe von digitalen Werkzeugen aus, halfen sich beim Gründen neuer Start-Ups bzw. Genossenschaften und stimmten sich überregional ab. Infolge dieses entschlossenen ethischen Handelns änderten sich die politischen Machtverhältnisse und die Gesellschaft entschied sich schrittweise für ein konsequent lokales, genossenschaftliches und wachstumsfreies Wirtschaftssystem. Das politische und wirtschaftliche Handeln ist nach dem Subsidiaritätsprinzip organisiert. Möglichst vieles wird auf der regionalen Ebene geklärt. Internationale Herausforderungen werden jedoch international abgestimmt und Verpflichtungen werden konsequent eingehalten (Paris-Abkommen, Rohstoffziele etc.).

Groß 

Unsere Welt nach einer großen gesellschaftlichen Transformation: Die Gesellschaft priorisierte 2021 eine große Transformation, durch welche bis 2040 die globalen Nachhaltigkeitsziele erreicht wurden. Die sozialen und ökologischen Fragen werden gemeinsam debattiert und gelöst. Pioniere des Wandels, Aufklärungsarbeit, Wirtschaft, verstärkte demokratische Partizipation und ein gestaltender Staat ergänzen sich gegenseitig. Globale und lokale Entwicklungsziele werden gemeinschaftlich festgelegt und das Gewollte, Nötige und Mögliche werden zügig mit technischer Innovation, sozial-ökologischer Marktwirtschaft und Suffizienzstrategien realisiert.

Fokussiert

Unsere Welt, in der nur die allerwichtigsten klimarelevanten Aspekte geändert wurden: Wir leben 2040 in vielerlei Hinsicht wie heute. Viele der bewährten Strukturen sind erhalten geblieben. Ein Paradigmenwechsel ist durch die im Zuge der Weiterentwicklung der Demokratie in Deutschland etablierten Bürger*innenräte eingeleitet worden. Individuelles Verhalten und unsere Politik haben sich fokussiert, in ausgewählten, entscheidenden Aspekten grundlegend geändert und so eine weitestgehend nachhaltige globale Gesellschaft geschaffen, in der u.a. vegane Ernährung, umfassende und schnelle Energiewende, internationale partnerschaftliche Koordination und Unterstützung bei der Entwicklung schwächerer Länder Normalität sind.

Langsam 

Unsere Welt bei gleichbleibendem Fortschritt: Dies ist ein „Business-as-Usual“-Zukunftsbild, in dem unsere Welt in der technologischen wie sozialen Entwicklungsgeschwindigkeit der letzten Jahrzehnte verharrt. Die Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsziele konnten auch 2040 nicht annähernd erreicht werden. Angesichts fehlender gesellschaftlicher und technischer Transformationen wird für 2100 eine Erderwärmung über 3 Grad sowie ein massiver Artenverlust erwartet.

Veranstaltungen


Einige Veranstaltungen die im Rahmen des Projekts „Zukunftsbilder“ bereits stattgefunden haben:



Geplant

Kontakt: