Der Strom der Zukunft wird hauptsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen, wobei Wind- und Solarenergie die Hauptrolle spielen werden. Bis 2030 sollen in Deutschland 80 % des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Mehr Effizienz und mehr Autarkie statt importierte fossile Energieträger
Für Energiegewinnung über Strom sprechen gleich zwei Argumente: Erstens eine höhere Effizienz und zweitens eine größere Unabhängigkeit. Denn, fossile Kraftwerken haben einen Wirkungsgrad von 40 bis 50 %. Das heißt, mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht durch Umwandlungsverluste als Abwärme verloren. Verbrennungsmotoren haben lediglich einen Wirkungsgrad von 25–30 %, das bedeutet zwei Dritten der eingesetzten Energie geht verloren.
Im Gegensatz dazu gewinnen wir für den Betrieb einer Wärmepumpe drei bis vier Mal so viel Wärme wie wir elektrischen Strom einsetzen.
Weniger Importe von Kohle, Gas und Öl haben darüber hinaus den großen Vorteil, dass wir weniger abhängig sind von anderen Staaten. Denn Strom können wir hier im eigenen Land erzeugen oder in den europäischen Nachbarländern. Das macht uns als Land und in Europa insgesamt unabhängiger von Staaten, von denen wir nicht abhängig sein wollen. Das haben wir erst ein paar Jahre mit der Gaskrise schmerzhaft erfahren.
Wie viel Fläche benötigt erneuerbarer Strom?
Eine Beispielrechnung: Wie viel Strom können wir auf einer Fläche von einen Hektar mit erneuerbarer Energie erzeugen?
Wir können Mais anbauen und dann in einer Biogasanlage Biogas herstellen. Das Biogas verbrennen und mit einem entsprechenden Kraftwerk Strom erzeugen. Da gewinnen wir aus dem Mais von einem Hektar rund 23.000 Kilowattstunden.
Bauen wir eine große Photovoltaikanlage auf die gleiche Fläche, dann sind es 700.000 kWh (mehr als die Hälfte der Fläche bleibt für die Biodiversitätsförderung).
Bei Windkraftanlagen lassen sich 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom auf den Hektar erzeugen (es bleiben über 95 % der Fläche für die Landwirtschaft verfügbar..
Zur Zeit haben erzeugen in Deutschland 30.000 Windkraftanlagen mit 69 Gigawatt Leistung zur Stromerzeugung. Die haben im letzten Jahr 136 Terawattstunden Energie im Wert von ungefähr 11 Milliarden Euro erzeugt.
Ist Strom aus Kohle und Kernkraft billiger?
Einige Politiker:innen wollen zurück zur Atomkraft weil das vermeintlich billiger ist. Das ist aber nicht der Fall. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt:

Photovoltaik insbesondere auf Freiflächen ist bei weitem die billigste Art, Strom zu erzeugen, gefolgt von Windkraft. Die Technologien, die auf Verbrennung setzen, sind deutlich teurer, weil der Wirkungsgrad so niedrig ist.
Mit Abstand am teuersten ist Strom aus Kernkraft, insbesondere durch die in den letzten Jahren enorm gestiegenen Herstellungskosten für die Kraftwerke. Sämtliche Kernkraftwerke, die in Betrieb gegangen sind, haben ein Vielfaches der Kosten verbraucht als ursprünglich veranschlagt und viel länger gedauert als geplant. Rechnet man die Kosten für Carbon Capture & Storage (CCS) hinzu, wird der Strom aus diesen Quellen noch teurer.
Um die viel diskutierte Dunkelflaute aufzufangen, brauchen wir weiterhin Kraftwerke, in denen wir etwas verbrennen. Dies ist jedoch auch ohne fossile Brennstoffe mit erneuerbaren Gasen, wie Biogas und zukünftig mit Wasserstoff möglich.
Zusammengefasst lässt sich also sagen. Sonne und Wind sind viel billiger als alles andere. Kernfusion ist noch in weiter Zukunft. CCS ist viel zu teuer und Strom aus Kernkraft und Kernfusion wären erst in Jahrzehnten verfügbar.
Was passiert, wenn wir auf Windkraft verzichten?
Mehr als 30.000 Windkraftanlagen haben Ende 2024 mit ca. 136 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt, im Wert von ungefähr 11 Milliarden Euro. Ohne Windkraftwerke würde ein Drittel (33 %) des Strombedarfs fehlen.
Wenn diese Windkraftanlagen durch thermische Kraftwerke mit Kohle und Gas ersetzt werden, müssten ungefähr 250 TWh fossile Brennstoffe zusätzlich importiert, bezahlt und verbrannt werden. Hinzu kämen circa 8,5 Milliarden Euro für Treibhausgasemissionszertifikate (70 €/t).
Da Strom aus Kohle heute deutlich teurer ist als der aus Windkraftwerken, bedeutet dies Mehrkosten von circa 20 Milliarden Euro pro Jahr. Umgerechnet auf den GHD-Sektor (Gewerbe, Handel, Dienstleistung) und die Verbraucher:innen stiege der Strompreis um circa 8 Cent/kWh.
Zusätzlich müsste die Bundesregierung aufgrund des Eigentumsrechts 30.000 Windkraftanlagen zurückkaufen, um diese abreißen zu dürfen.