Anlässlich der anstehenden Wahl in Berlin haben die Fridays for Future (FFF) einen Forderungskatalog unter dem Titel „Berlin muss klimagerecht!“ erstellt, den Expert:innen der S4F-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg geprüft und Mitglieder der Architects for Future im Bereich Wohnen/Bauen unterstützt haben. In dem Ende Juli veröffentlichten Paper beklagen die Fridays, dass auch in Berlin nicht genug im Kampf gegen die Klimakrise unternommen werde und die gesetzten deutschen Klimaziele bei weitem nicht ausreichen.
„Berlin will bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Bis 2030 sollen die CO2 Emissionen um 70% reduziert werden. Diese Ziele hat Berlin sich im Klimaschutz- und Energiewendegesetz (EWG) selbst gesetzt. Für den Weg dahin wurde als zentraler Baustein das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030) beschlossen – doch seit 2024 blockiert die CDU die Fortschreibung dieses Programms. Aus diesem Grund ist völlig unklar, wie es um die Erreichung der selbstgesteckten – nicht einmal ausreichenden – Ziele steht. Es gibt keine sektorbezogene Klimapolitik auf Landesebene, keine Verpflichtung, Daten zur Entwicklung der Sektoren offenzulegen, und keine Verantwortungsübernahme von Seiten der Landesregierung,“ kritisieren Fridays for Future.
„Als junge Berliner:innen können wir dies nicht hinnehmen.“ Es wäre, so Fridays for Future das mindeste, selbstgesteckte Ziele zu erreichen. Dafür könne nun die Abgeordnetenhauswahl 2026 einen Wendepunkt in der Berliner Klimapolitik markieren. Jede neue Landesregierung müsse Verantwortung in der Bewältigung der Klimakrise übernehmen: „Als überparteiliche Bewegung sprechen wir hiermit jede demokratische Partei und jeden Vertreterin einer Partei sowie parteilose Abgeordnete an, die Klimakrise in ihrer Bedrohung und Auswirkung endlich ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln. Wir rufen die gesamte Berliner Zivilgesellschaft dazu auf, den Druck auf diese Organe zu erhöhen und sich uns in dieser Sache anzuschließen.“ Der zehn Seiten lange Forderungskatalog pocht auf die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze, verlangt, dass erneuerbare, nachhaltige Lösungen und Technologien immer Vorrang vor fossilen, zukunftszerstörenden haben und Umgestaltungsprozesse sozialverträglich und gerecht gestaltet werden.
Berlin müsse eine Stadt für Menschen statt für Autos sein, der ÖPNV im gesamten Stadtgebiet kostenlos sein, das Fahrradnetz konsequent ausgebaut und saniert werden. Berlins Energieversorgung soll zu 100% erneuerbar, die Wärmeversorgung bis 2035 100% erneuerbar und sozial gerecht sein sowie auf ein vom Bund unabhängiges Erneuerbare-Wärme-Gesetz setzen. Auch beim Wahlkampfthema Wohnen und Bauen haben die Fridays klare Vorstellungen: „Berlin muss eine Stadt für alle statt für Investor:innen sein.“, „Wir brauchen ein Berliner Sanierungsgesetz.“, „Sanierung statt Neubauten“. Klimabildung soll an nachhaltig zu renovierenden Schulen fest verankert werden, die demokratische, politische Teilhabe ist zu schützen und ein „Ende von Repressionen“ notwendig.
Ein dringendes Problem für die Stadt sei zunehmend auch die Wasserversorgung, weshalb viermal mehr neue Brunnen notwendig seien. Alle Flachdächer sollen verpflichtend begrünt oder mit Solarzellen ausgestattet werden, alle Pläne für Straßensanierungen und Freiraumgestaltungen müssten hinsichtlich des Schwammstadtkonzeptes und der Entsiegelung geändert werden.
Wissenschaftler:innen Scientists For Future Berlin-Brandenburg haben die Forderungen auf Sinnhaftigkeit geprüft und Änderungen und mögliche Ergänzungen vorgeschlagen.
Sie finden den gesamten Forderungskatalog „Berlin muss klimagerecht“ unter: https://fridaysforfuture.berlin/berlin-muss-klimagerecht-forderungen-2026/
Für fachliche Fragen zum Thema wenden Sie sich gerne an einen unserer Experten, die Fridays for Future beraten haben:
Marco Radke-Fretz
Meteorologischer Consultant
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