EU-Entwurf zur Klimapolitik: Aufruf an alle europäischen Wissenschaftler*innen

Stellungnahme der Scientists for Future zu dem aktuellen Entwurf für eine europäische Klimaverordnung

Greta Thunberg passionately condemns the EU: "We will not allow you to surrender on our future".

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Berlin, 04.03.2020 | Anlässlich der heutigen Vorstellung der geplanten EU-Klimaverordnung ruft ein Verbund von Wissenschaftler*innen dazu auf, das EU-Maßnahmenpaket mit Inhalt zu füllen. In einer Stellungnahme  fordern die Scientists for Future (S4F) alle europäischen Wissenschaftler*innen disziplin- und institutionsübergreifend dazu auf, an der „gesamtgesellschaftlichen Transformation“ (so die Stellungnahme) Europas mitzuwirken.

Die Wissenschaft unterstützt damit die Forderung der „Fridays for Future“, von denen eine deutliche Aufforderung an das Europäische Parlament stammt, ausreichend wirksame Maßnahmen sofort zu beschließen und sie nicht in die Zukunft zu vertagen. S4F-Mitglied Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme, hebt hervor: „Bereits im letzten Jahr haben fast 27.000 Wissenschafter*innen belegt, dass die Kritiken und die Forderungen der jungen Leute berechtigt und auch wissenschaftlich begründet sind. Wir müssen hier und heute anfangen, effektive Maßnahmen zu treffen.“ In Zahlen, so Quaschning, bedeutet das:Um das EU-Verordnungsziel einer deutlichen Reduktion des Treibhausgasausstoßes in den nächsten zehn Jahren zu erreichen, ist eine Verringerung der Emissionen um weit mehr als 55 Prozent bis 2030 nötig.

Die Scientists for Future kritisieren insbesondere, dass dem Entwurf die Verankerung in der Wissenschaft fehlt. Es fehlen insbesondere verbindliche und auf wissenschaftlichen Fakten beruhende Kontrollen der Treibhausgasminderungen durch unabhängige Überprüfungs- und Beratungsmechanismen. Prof. Felix Ekardt, Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik, erklärt dazu, dass es nötig sei, „alle Wirtschaftssektoren auf ihre Klimawirkung zu prüfen und sie zu Minderungszielen zu verpflichten“. Aus dem letzten IPCC-Bericht, so Ekard, ergebe sich ein nur noch geringes Emissionsbudget, um die globale Erwärmung, wie im Pariser Klimaschutz­abkommen zugesichert, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. „Ohne eine sehr starke Reduktion bis 2030 wird dieses Budget deutlich vor 2050 erschöpft sein, mit massiven irreversiblen sozio-ökologischen Konsequenzen.

Die Scientists for Future formulieren in ihrer Stellungnahme, dass sie die EU-Prozesse und die Politik der Nationalstaaten genau beobachten werden und dabei beratend zur Seite stehen. Sie wollen Handlungsoptionen aufzeigen, wie ambitionierte Klimaziele auch für das Jahr 2030 technisch sicher, sozial gerecht und wirtschaftlich tragbar erreicht werden können.

Stellungnahme der S4F: www.scientists4future.org/stellungnahme-scientists-for-future-zum-entwurf-europaeische-klimaverordnung

Kontakt:

Prof. Volker Quaschning,

Prof. Felix Ekardt,