Gemeinsamer Bundeskongress von S4F und Psych4F verbindet Klimaforschung mit psychologischer Expertise

Drei Tage lang diskutierten Wissenschaftler:innen und Therapeut:innen in Leipzig, wie sich Menschen effektiv für Klimahandeln gewinnen lassen. Zum ersten Mal richteten dabei Scientists und Psychologists or Future ihren Bundeskongress gemeinsam aus. Vom 12. bis 14. Juni 2026 trafen sich rund 200 Wissenschaftler:innen und Praktikerinnen beider Bewegungen unter dem Motto „Wissen teilen – Gemeinschaft stärken“ in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Emotionen bewältigen, Kommunikation stärken

Die Psychologists/Psychotherapists for Future (Psy4F) arbeiten seit Jahren an der Schnittstelle von Klimawandel und Psyche. Weil reine Faktenvermittlung oft nicht ausreicht, um Handlungen zu bewirken, analysiert Psy4F psychologische Mechanismen in der Klimakommunikation und unterstützt den öffentlichen Klimadialog mit emotionsbewältigenden Ansätzen. Dementsprechend umfasste das Programm Workshops und Fachvorträge zu vielen verschiedenen Aspekten von Zukunfts- und Klimaforschung, darunter auch Impulse zu Klimaaktivismus, Wissenschaftskommunikation, Künstlicher Intelligenz, Demokratie und Sicherheit.

Keynotes: Harald Lesch, Lea Dohm, Christian Stöcker, Bernhard Kegler, Immo Fritsche

Namhafte Redner:innen steuerten Keynotes bei: Wissenschaftsjournalist Harald Lesch gemeinsam mit der Psychologin, Autorin und Aktivistin Lea Dohm, sowie Spiegel-Autor Christian Stöcker. Alle drei betonten zum einen die Brisanz zunehmender Desinformation und anderer Formen der Veränderungsresistenz in der Gesellschaft. Zum anderen wiesen sie auf die dringende Notwendigkeit sowie die Möglichkeiten hin, entschieden dagegen anzugehen und über Fakten aufzuklären. Der Biologe und Buchautor Bernhard Kegel referierte über das Potenzial von Pflanzen beim Klimaschutz. Immo Fritsche zeigte aus sozialpsychologischer Sicht, wodurch kollektives nachhaltiges Handeln beeinflusst wird.

Recap mit Podiumsdiskussion

Der Sonntag stand im Zeichen von Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende, zweiteilige Podium „Vom Wissen zum Handeln“ zog Schlüsse und zeigte Wege auf, wie psychologische und inhaltliche Wissensvermittlung in Zukunft noch besser ineinandergreifen könnten. Wir stehen vor der Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse so zu vermitteln, dass sie Menschen tatsächlich erreichen und zum Handeln befähigen“, sagt Lisa Falkowski von S4F Leipzig. Yvonne Stobinski von Psy4F ergänzt: „Psychologische Mechanismen spielen hier eine wichtige Rolle. Diese müssen wir in unsere Kommunikation und in unser Wirken einbeziehen.“

„Wir sehen, dass auch Wissenschaftler:innen ihre Rolle neu definieren – weg von reiner Analyse hin zu aktivem Handeln. Wissenschaft ist nicht emotionslos. Im Gegenteil: Gerade das Zulassen von Emotionen kann ein Motor für Veränderung sein. Gleichzeitig müssen wir lauter und offensiver werden, um die Dringlichkeit der Krise klar zu benennen – und den Mut aufbringen, unbequeme Wahrheiten deutlich auszusprechen,“ so Lisa Falkowski von S4F Leipzig und Mitorganisatorin des Kongresses. Prof. Jens Schneider von der HMTK sieht die besondere Verantwortung für Wissenschaftler: „Unsere Expertise kann Politik und Gesellschaft bewegen, Barrieren abbauen und Lösungen fördern.“

Das Kongressprogramm richtete sich überwiegend an Mitglieder von Scientists und Psychologists / Psychotherapists for Future, doch auch
Gäste waren willkommen. Studierende konnten kostenlos teilnehmen.
Weitere Informationen finden Interessierte unter https://kongress.scientists4future.org/programm/.

Authorisiertes Bildmaterial von der Veranstaltung und ihren Teilnehmer:innen erhalten Sie auf Anfrage von unseren Pressestellen.

So erreichen Sie uns:

Scientists for Future im Web: https://de.scientists4future.org
Pressekontakt:
Presse AG Psy4F