Fachgruppe Krieg, Sicherheit, Frieden

Die interdisziplinär ausgerichtete S4F-Fachgruppe Krieg, Sicherheit, Frieden untersucht die Zusammenhänge von Klimakrise und Nachhaltigkeit im Kontext von Geopolitik, Gewalt, Konflikt, Militär, Resilienz und (Ab-)Rüstung.

Unsere Gruppe ist sehr divers zusammengesetzt: Einige befassen sich im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit mit diesen Fragen, andere haben praktische Erfahrungen oder waren schon lange in der Friedensbewegung aktiv.

Frieden selbst ist ein interdisziplinäres Thema (Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Geschichte, Recht) und eng mit der Fragestellung der Klimagerechtigkeitsbewegung verzahnt. Die Ziele Frieden, Gerechtigkeit und Umweltschutz (beinhaltet Klimaschutz) können nur gemeinsam erreicht werden.

Krieg und Militär erzeugen Treibhausgasemissionen und Umweltzerstörung. Umgekehrt können Auswirkungen der Klimakrise gewaltsame Konflikte auslösen oder verschärfen. Frieden entsteht nur unter der Bedingung eines gerechten  Ausgleichs, der die Sicherheitsinteressen aller Beteiligten berücksichtigt. Er beruht auf Kooperation, die auch für die Lösung der globalen Umweltprobleme unabdingbar ist. Als die hierfür relevante  Instanz auf globaler Ebene sehen wir die UNO, sowohl für die Lösung internationaler Konflikte als auch für Klimaschutz  und Erhalt der Biodiversität. Dies drückt sich in den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN aus, die auch für uns ein wesentlicher Bezugspunkt sind.

Aufgaben und Ziele

Wir stellen fachübergreifend Informationen zu Treibhausgasemissionen zu Rüstung und Krieg zusammen, stellen Geopolitik in den Zusammenhang mit Klimawandel,  und stellen die generelle Frage nach der Wirkung von Auf- bzw. Abrüstung auf die Freiheit von Forschung und Lehre.

Ein wichtiger Aspekt in diesem komplexen Thema ist der Austausch und ggfs. Kooperation mit anderen Akteuren. Wir sind in Kontakt mit Wissenschaftsorganisationen wie IANUS, FONAS, Scientists for Peace, Physicists Coalition for Nuclear Threat Reduction und Arms Control Association.

Projekte und Veröffentlichungen

Klimawandel und Geopolitik in der Arktis (Poster)

Authors/Creator: Heiko Brendel und Jürgen Scheffran

Das Poster gibt einen Überblick über die Wechselwirkungen von Klimawandel und Geopolitik in der Arktis. Die Region erwärmt sich mindestens dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt; abschmelzendes Meereis und tauender Permafrost verstärken diesen Trend und erhöhen Kipppunkt-Risiken im Erdsystem. Wirtschaftlich eröffnet der Eisrückgang neue Schifffahrtsrouten und leichteren Zugang zu Rohstoffen, birgt aber Risiken für Ökosysteme und Infrastruktur. Geopolitisch gewinnt die Arktis durch die acht Anrainerstaaten und Chinas wachsende Präsenz als selbsternanntem „arktisnahem Staat“ an Gewicht. Die Region ist zentral für Raketenfrühwarnsysteme. Zugleich macht schmelzendes Meereis U-Boote, bislang durch die Eisdecke geschützt, zunehmend verwundbar und untergräbt etablierte nukleare Abschreckungslogiken. US-Annexionspläne für Grönland und Kanada stellen die NATO als geeinten Akteur infrage. Truppenkonzentrationen auf Kola, in Nordnorwegen und Alaska sowie die GIUK-Lücke zeigen den Ausbau militärischer Kapazitäten. Erschwerte Satellitennavigation begrenzt den Drohneneinsatz, treibt aber Innovation voran. Das Poster zeigt, wie Klimawandel, Ressourcenkonkurrenz und Aufrüstung Konfliktrisiken und Kooperationschancen verschärfen.

English Version

This poster outlines the interlinkages between climate change and geopolitics in the Arctic. The region is warming at least three times faster than the global average; melting sea ice and thawing permafrost amplify this trend and raise the risk of self-reinforcing tipping points in the Earth system. Economically, retreating ice opens new shipping routes and eases access to resources, while posing risks to ecosystems and infrastructure. Geopolitically, the Arctic gains weight through its eight littoral and stakeholder states and China’s growing presence as a self-declared „near-Arctic state“. The region is central to missile early-warning systems; at the same time, melting sea ice, which has long shielded submarines, makes them increasingly vulnerable and undermines established deterrence logics. US annexation plans for Greenland and Canada call NATO’s cohesion into question. Troop concentrations on Kola, in northern Norway, and in Alaska, plus the strategic GIUK gap, illustrate the military buildup. Difficult satellite navigation limits drone use while driving innovation. The poster shows how climate change, resource competition, and rearmament heighten both conflict risks and cooperation opportunities in the Arctic.

  • Militarisierung von Wissenschaft und Forschung

    Insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gibt es zunehmend Forderungen aus der Politik, Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen stärker auf militärische, geo- und sicherheitspolitische Ziele auszurichten. Die Fachgruppe „Krieg, Sicherheit, Frieden“ der Scientists for Future hat untersucht, welche Rahmenbedingungen dafür bestehen, welche Positionen die verschiedenen Interessenvertreter in Politik und Wissenschaft…

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Fact Sheet 2025/1: Treibhausgas-Emission von Militär und Krieg:

Außerdem: Mitarbeit an den Zukunftsbildern

Kontakt

Koordinationsteam: Sibylle Brosius,  Heiko Brendel, Jürgen Scheffran, Volker Ossenkopf-Okada

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